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letzte Aktualisierung 01.10.2008

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Bericht zur Kontrollreise in Vietnam und Kambodscha


Muttersau von Frau Thiu in Quang Thai

Vom 7. bis 13. September fand ein Kontrollbesuch in der Provinz Hue statt.
  • Kontrolle der berichteten Ergebnisse
  • Meeting mit der Verantwortlichen in der Provinzregierung
  • Finanzabrechnung bis August 2008
In diesem Jahr hat Courage 13 Frauen in der Gemeinde Huong Ho geholfen. In der Gemeinde Loc Thuy sind es 15 Frauen, die am 22. September endlich ihre Ferkel erhalten. Sie mussten wegen der herrschenden Tierseuche sehr lange warten. Von Frau Hien und mir wurden Frauen besucht, die beispielhaft für eine ganze Gruppe stehen. Es war teilweise sehr schwierig, in den unübersichtlich angelegten Dörfern die Anwesen zu finden. Deshalb waren wir stets auf die Unterstützung

Vietnamesische "Küche"

ortskundiger Führerinnen angewiesen. Als einziges Transportmittel verblieb das Moped, manche Anwesen waren nur zu Fuß zu erreichbar.

In der Gemeinde Huong Ho haben alle Frauen ihre Ferkel verkauft und somit für ihre Verhältnisse eine Menge Geld verdient. Neun haben schon wieder Tiere eingestellt. Die anderen, tiefer wohnenden, warten ab, bis die Hochwassersaison vorüber ist.

Am 13. und 14. 9. war Frau Hien zur Kontrolle in Kambodscha und berichtete unmittelbar danach über die Ergebnisse und brachte alle Buchhaltungsunterlagen mit.

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Fakten

Seit 2005 ist Courage e.V. in Provinz Hue in Vietnam tätig. Inzwischen sind 97 ausschließlich allein stehende, vietnamesische Frauen, die unter der Armutsgrenze leben, in das Projekt einbezogen. Nach Ausbildung und Bau des Schweinstalls haben sie je drei Ferkel zur Schweinemast bzw. Schweinezucht erhalten. Im Durchschnitt erzielen die Frauen in Vietnam damit ein Jahreseinkommen von ca. 600 €. Da sie nicht in der Stadt sondern auf dem Lande leben, sind sie von der hohen Inflationsrate von 28% (2008) weniger betroffen. Sie erzielen so drei Mal soviel Einkommen wie zuvor, da die meisten der Frauen die Gelegenheitsarbeit auf den Reisfeldern der Nachbarn bzw. Reisig sammeln (ca. 250 € pro Jahr) fortsetzen, von der sie zuvor allein den Unterhalt bestreiten mussten. Damit liegt ihr Einkommen jetzt deutlich über der Weltbank-Armutsgrenze von einem U$ pro Tag.

Sowohl die Frauen selbst als auch Vorsitzenden der Frauenunion auf kommunaler Ebene fragen bei unserer Vertreterin um Unterstützung nach. Die Effizienz des Courage-Projekts hat sich herumgesprochen. Das Geheimnis unseres Erfolges ist, dass wir den Frauen nicht nur die Ausbildung und den Stall finanzieren, ihnen dann die Ferkel übergeben und sie sich dann selbst überlassen. Unsere Vertreterin vor Ort betreut die Frauen über lange Zeit, in enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der vietnamesischen Frauenunion, steht ihnen mit Rat zur Seite und gibt wenn nötig auch weitere finanzielle Hilfe.

Die unterstützten 43 Frauen in der Gemeinde Huong Tho haben von ihrem Ertrag soviel abgegeben, dass zwei weiteren armen Frauen mit Ferkeln geholfen werden konnte. In so einer Atmosphäre stellt sich Erfolg auch bei den Frauen ein, denen es schwerfällt, das beim Verkauf der ersten, gemästeten Schweine erlöste Geld konsequent zusammenzuhalten und neue Ferkel zu kaufen, statt es für andere, sicher auch dringende Anschaffungen, auszugeben.

Die Quote der Frauen, die teils aus objektiven teils aus subjektiven Gründen ausscheidet, liegt bei etwa 10%. Während bei vergleichbaren Maßnahmen anderer NGO nachweislich nach einem Jahr von allen Frauen alles in Geld umgesetzt und konsumiert wurde.


Holzsammeln ist eine typische
Einnahmequelle für allein
stehende Frauen

Solange die Hilfsprojekte durch Einzelspenden finanziert werden, müssen lt. Satzung von Courage die jährlich nötigen Kontrollreisen des Vorstanden aus privaten Mitteln bezahlt werden. Damit können wir gewährleisten, dass wirklich alle Spenden direkt nach Vietnam fließen. Dort sorgt unsere Vertreterin dafür, dass keine Gelder auf kommunaler Ebene abgezweigt werden.

Bei einem Input von einmalig 250 – 300 € pro Frau ist ein dauerhaftes Jahreseinkommen von 600 € ein achtbares Ergebnis. Wir sind eine der wenigen NGO vor Ort, denen es ausschließlich auf das Endergebnis ankommt. Wir können ein messbares finanzielles Ergebnis für jede Zielpersonen ausweisen. Andere, auch namhafte NGO vor Ort beschränken sich auf Katastrophenmanagement, Personalentwicklung und ähnliches. Sie zählen die Anzahl der Veranstaltungen und die Zahl der geschulten Frauen. Die Frauen selbst unterstützen sie nie direkt. Sie können den finanziellen Erfolg nicht ausweisen. Hier liegt der wesentliche Vorteil von Courage gegenüber anderen NGO!

Inzwischen wurde ein Projekt in Kambodscha aufgebaut, wo die ersten 10 Frauen ihre Ferkel bereits bekommen haben. Für sie beginnt jetzt eine wichtige Etappe, wenn sie die Ferkel vom Kraftfutter auf das von ihnen bereitete umstellen müssen.

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Bemerkungen zur Frage, warum so viele Frauen allein stehend und arm sind

Die meisten der besuchten Frauen habe ich gefragt, warum sie allein (und somit fast zwangsläufig in Armut) leben müssen. Ich wollte wissen, was die Ursache für die relativ hohe Zahl von allein stehenden Frauen ist. Die Antworten waren vielfältig:

  • Eine Frau zum Heiraten sollte jung und hübsch sein. Wer nicht hübsch ist, hat weniger Chancen. Mit 30 sei Frau dafür schon zu alt. Andererseits "müssen" viele heiraten, weil wegen der geringen sexuellen Aufklärung der erste Kontakt schon zur Schwangerschaft führt. Die Eltern des Mädchens setzen sich dann mit den Eltern des Jungen zusammen und handeln die Modalitäten aus. Ist die Familie des Mädchens arm und können sich ihre Eltern nicht durchsetzen, bleibt es Single. Keiner will sie mehr heiraten.
  • Eine ledige Frau über 30 Jahre darf sich einen Mann suchen, mit ihm ein Kind zeugen, ohne das der Mann dafür finanziell oder sonstig in Verantwortung steht. Denn jede Frau hat das Recht auf Kinder, gleich ob verheiratet oder nicht. Das wird als Bestandteil einer jahrhundertealten Kultur deklariert.
  • Die Altersversicherung für die Eltern, in diesem Fall für die Mutter, ist der Sohn, der im Hause bleibt, während die Töchter außer Haus zu den Schwiegereltern gehen müssen. Das war der Grund warum sich Frau Tiu Frau (im Projekt in Quang Thai) noch ein zweites Kind, einen Jungen, zugelegt hat, obwohl sie Single ist und schon für eine Tochter zu sorgen hat.
Das ist die Kehrseite der vielbeklagten Tatsache (siehe Artikel in "Vietnam News" im Anhang!), dass so viele Männer ihre Frauen unter Druck setzen oder gleich fremdgehen. Allein stehende Frauen, gleich ob unverheiratet, geschieden oder verwitwet, werden als potentielle Sexgespielinnen angesehen. "Sie wollen es ja so", habe ich argumentieren hören. Die Frauenunion traut sich an das Problem nicht heran, obgleich sie dann für die immer mehr verarmende Frauen sorgen muss. Es gibt nur sehr zaghafte Versuche, sexuelle Aufklärung zu leisten.

Ich bin mit vielen moralischen und ethischen Fragen konfrontiert worden, die man nicht mit europäischen Wertmaßstäben messen kann. Ein Beispiel ist eine Frau aus Huong Tho, die, als sie ins Projekt kam, schon fünf Kinder hatte. Sie hat die groß gezogenen Schweine verkauft, das Geld ausgegeben, so dass für den Neukauf der Ferkel nichts mehr übrig war. Damit war es mit der Schweinehaltung zu Ende. Stattdessen hat sie jetzt sechs Kinder und keinen Mann. Warum besorgte sie keine Verhütungsmittel? Ist nicht üblich, bekomme ich zur Antwort.

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Einzelbeispiele

Mrs. Nguyen Thi Dieu, 53 Jahre alt, wohnhaft in Loc Thuy

Ihr Sohn ist bereits 19 Jahre alt und arbeitet nicht im Ort. Sie bekam die offizielle Anerkennung als

Frau Nuyen Thi Dieu

Vietcong-Kämpferin, aber wie alle nur eine sehr geringe finanzielle Unterstützung. Sie wurde von der Frauenunion vorgeschlagen und von unserer Vertreterin vor Ort "überprüft" und nimmt nun am Projekt teil.

Ihre Jugend fiel in die Zeit des Vietnamkrieges. Ihr Dorf in der Provinz Hue gehörte zu Südvietnam. In der Zeit war

Anerkennungsurkunde als Vietcong

sie begehrt. Aber nach dem Krieg fand sich niemand mehr, der sie heiraten mochte. So meinte sie, sie sei schon zu alt, "besorgte" sich ein Kind, verdingte sich als Gelegenheitsarbeiterin und lebte ihr Leben am unteren Rand der Gesellschaft.

Sie hat sich auf den Erhalt der Ferkel gründlich vorbereitet. Im Garten ist Futter angepflanzt. Der neue Stall ist

Die Futterküche


der neugebaute Stall

fertig und stets sauber gehalten. Die Auslieferung der Ferkel hatte sich erheblich verzögert, weil eine Tierseuche jeglichen Handel mit Schweinen zwischen den Provinzen unterbunden hat. Wir kaufen die Ferkel der guten Qualität wegen generell von der Zuchtanlage in Ai Tu, Provinz Quang Tri.

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Nguyen Thi Chat; 71 Jahre alt


Die Behausung von Frau Chat

Sie lebt alleine, nachdem ihr Mann gestorben ist. Trotz ihres Alters muss sie noch arbeiten, da die Rente als ehemalige Vietcong-Kämpferin nicht ausreicht. Sie verdingt sich in einer Garküche auf dem örtlichen Markt und nimmt die Essensreste für ihre Schweine mit. Außerdem hat sie etwas Land zum Futteranbau.



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Ngyen Thi Cam Huong, 28 Jahre alt, zwei Kinder


Frau Huong mit ihren Kindern

Mangelnde Schulbildung und völlig unzureichende sexuelle Aufklärung haben Frau Thi Cam Huong in eine äußerst schwierige finanzielle Lage gebracht. Aus ihrer ersten sexuellen Beziehung stammt ihr erstes Kind. Der Vater hat sich aus dem Staube gemacht. Alimentenzahlung existiert nur im Gesetz. In der Realität kommt es nicht vor.

Die Rückseite des Hauses

Die Männer tauchen in den großen Städten regelrecht unter. Es ist nicht selten, dass die Männer ein zweites Mal heiraten, weil traditionelle Heirat und standesamtliche Trauung (und somit Registrierung) zwei verschiedene Dinge sind. Die vietnamesische Frauenunion, die reguläre Vertreterin der Interessen der Frauen, geht diesem Thema konsequent nicht nach. Dazu kommt die traditionelle Rollenverteilung, die dem Mann volle Priorität einräumt (siehe Veröffentlichung "Vietnam News" zu domestic violence). Ein vietnamesischer Mann wird kaum eine junge Frau mit Kind heiraten. Also gab und gibt es für sie keine Chance, eine neue, dauerhafte Beziehung anzufangen.

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Frau Giai, Huong Tho

Ein erfreuliches Beispiel für die Langzeitwirkung unseres Projektes ist Frau Giai in der Kommune Huong Tho. Ihr Mann

Der Neubau von Frau Giai

starb vor 11 Jahren an einer Krankheit. Sie wurde von einer Schlange gebissen und verlor den Fuß. Sie lebte in eine Holzhütte am Rande der Kommune, am Fuße der Berge. Sie kam vor drei Jahren in das Courage Projekt, erhielt einen Stall und drei Ferkel. Inzwischen hat sie sechs Mal drei Schweine verkauft und erneut jeweils drei Ferkel angeschafft. Sie

Reinigung des Stalls

hat so viel Geld verdienen können, dass es zu einem steinernen Haus gereicht hat. Die Hälfte des Geldes stammt aus einem Fond der Frauenunion und die andere Hälfte konnte sie sich mit der Schweinehaltung zusammensparen. Wie viele der anderen Frauen sah sie in den Ferkeln von Courage eine einmalige Chance, die sie genutzt hat und weiter zu nutzen gedenkt. Von 45 Frauen aus der Kommune Huong Tho haben 38 die Chance genutzt und sind noch stets dabei. 6 haben aufgegeben, zwei aus objektiven Gründen, vier aus subjektiven. Wie überall sind auch hier nicht alle Charaktere gleich.

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Frau Nhan, Huong Tho


Frau Nhan vor Ihrer "Produktionsstätte"

Frau Nhan gehörte zur ersten Gruppe, die von Courage Stall und Ferkel erhielt. Sie hat inzwischen 9 Mal ihre groß gezogenen Schweine verkauft. Das sind 9 x 200 €, die sie beim Verkauf erlöst hat. Davon hat sie sich immer wieder Ferkel gekauft. Das Futter beschafft sie sich aus dem nahen Fluss, denn der eigene Garten gibt nichts her; zu hart und zu karg. Sie hat ihre Schulden bezahlt, finanziert ihren Kindern die Schule und hat eine Wasserzisterne bauen lassen und auch sonst schon einiges angeschafft.

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Frau Hoang Thi Chanh, Huong Ho


Frau Chanh pflegt ihre todkranke Mutter

Ein besonders tragischer Fall ist in meinen Augen Frau Hoang Thi Chanh, 41 Jahre alt, unverheiratet, keine Kinder. Sie hat nach der siebenten Klasse die Schule verlassen und danach im Haushalt der Eltern gelebt und für sie gearbeitet. Die Zeit ging ins Land und sie blieb im Haus. Sie erzählte dazu: Gut erzogen wie sie war, traute sie sich nicht, sich zu

Frau Chanh und die Vorsitzende der
Frauenunion der Kommune

verlieben; keiner hielt um ihre Hand an. Später half sie ihren Eltern immer weiter. Heute pflegt sie ihre sterbende Mutter im Haus der Familie des Bruders. Wenn die Mutter gestorben ist, darf sie im Haus bleiben, wenn sie das Haus instand hält, den Hausaltar pflegt und an wichtigen Tagen die Erinnerung an Toten gebührend begeht.

Sie erklärte, dass die Nachbarn sie achten würden, weil sie aufopferungsvoll die Mutter pflegt. Zuweilen mache sie einen Schwatz mit ihnen. Aber sie kann ja nicht lange außer Haus bleiben, weil die Mutter ständige Fürsorge braucht.

An dieser Stelle wird einem bewusst, wie dringend unsere Hilfe gebraucht wird. Es ist nicht nur das Geld allein. Wir helfen der Frau, die Hoffnungslosigkeit zu überwinden und Mut zu schöpfen. Damit will ich meinen Bericht beschließen und allen Sponsoren herzlich danken.

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Kontrolle in Kambodscha

Frau Hien besichtigte am 13. Und 14.09.2008 das neue Projekt in Kampong Cham, machte aussagefähige Fotos und brachte
 
Kambodschanische Frauen im Courage – Projekt

die für die Abrechnung benötigten Unterlagen mit. Insgesamt kann gesagt werden, dass der Projektanfang gelungen ist. Zu Vietnam gibt es nur technische Unterschiede.

Die Schweineställe haben nur einen Betonboden und sind ansonsten aus Holz. Das Dach ist mit Blättern

abgedeckt. Die Ferkel bzw. die Schweinerasse stammt aus Thailand. Sie sind größer als die in Vietnam erhältlichen. Alle Schweine machen einen guten, sauberen Eindruck. Noch erhalten sie Kraftfutter, das zu Anfang mit übergeben wurde. Nun kommt die Zeit der Umstellung auf hausgemachtes Futter und damit eine kritische Zeit für die Ferkel.



Gerd Willkommen
Vorsitzender von Courage e.V.

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Anhang

Artikel in "Vietnam News"

DOMESTIC VIOLENCE: BEYOND FAMILY'S DOOR
by Mrs. Nguyen Thi An


Being beaten and maltreated by husbands accounts for 53% of the reasons of all divorce cases filed by women in Vietnam. Domestic violence is no more a problem of each family but causing pain and discontent in the society. In a 2-day conference held by the German Development Service (DED), Center for Women and Development (CWD-a department of Vietnam Women.s Union), the Swiss Agency for Development and Cooperation (SDC) and Ford Foundation (Hanoi, June 2007), the occurrence of domestic violence in Vietnam was described as popular and alarming.

Slapping the wife is not violence!

According to Mrs. Nguyen Thi Thanh Hoa – Vice President of Vietnam Women.s Union (VWU), domestic violence is happening in all areas of the country, regardless of wealth or education; the main victims are women and children. "I once asked a man if there was violence in his family. He said "no". Then I asked if he ever slapped his wife. The answer was "sometimes." – she said. Lack of knowledge about domestic violence and gender inequality has caused many difficulties for social workers to approach perpetrators and victims. A study by Mrs. Cao Thi Hong Van – Head of Education and Social Section of VWU showed that slapping, beating, kicking and even hitting the wife with a lash are normally accepted if the wife is to blame, cheeky, involved in adultery or simply doesn.t take good care of her husband and children.

Mr. Bui Quoc Quan from Institute for Reproductive and Family Health (RaFH) gave the same judgment after working with 35 perpetrators in Ninh Binh province: "Several even revealed that they sometimes slapped their wife just because she spoke too much." The visible part of an iceberg

In fact, physical violence is just the visible part of an iceberg. In Vietnamese society.s common understanding, sexual abuse, insult and adultery are not yet considered as ways of domestic violence. According to Dr. Vu Manh Loi from the Institute of Sociology, an act is seen as domestic violence as long as it causes serious consequences such as death and severe injuries. Besides, if an act of minor violence happens frequently or the victim is not at fault, community also condemns it as domestic violence. Mr Le Anh Tu, a policeman in Long Bien district, said that uncovering a physical violence case is quite easy: "Actually violation of health and body is just a corner of the problem. Realizing signs of mental violence is much more difficult."

Why does domestic violence happen? Poverty, low education, failure outside the family, alcohol addiction, and adultery may be reasons to name. But from a social scientists. point of view, these all lead to a deep-rooted reason which is "to value man above women” thinking of most Vietnamese people. Community’s silence to a domestic violence case is an unspoken permission to such an act.

The CWD has been building shelters for survivors of domestic violence. Addresses of these shelters, known as "nha lanh nan” or "house to shun danger”, are kept secret to secure victims from being found by perpetrators, said a staff of the Consulting and Development Support Department of the CWD. This Department will first talk to victims and decide if they need a place in any of the shelters within Hanoi. Women and children in Northern provinces who survived domestic violence in emergency cases can seek free accommodation, food and medicine here. Furthermore, the survivors are supported and consulted to work with the local authorities to fulfil administrative and legal procedures if required. At the same time, they can bring their children and have them taken care of in the CWD's kindergarten.

Meanwhile, the Women’s Union of Thai Binh province has also created the "address of trust" which is a shelter for local women in case of emergency when there.s nowhere else for them to go. In Ninh Binh province, the Institute for Reproductive and Family Health has set up a club for male perpetrators to talk and exchange experience, thus helping to restrain acts of violence within the family. The non-government organisation CSAGA (Center for Studies and Applied Sciences in Gender, Family, Women and Adolescents) is providing consultancy directly or on phone and building a club for victims to create a friendly atmosphere for them to share and to help each other.

Women.s Unions, mediation groups, police offices and other social organizations at grassroots level are also giving a hand to raise people.s awareness about domestic violence and intervene in necessary cases. Though such interventions are needed, they can’t solve the problem because they are still small and scattered.

As domestic violence is mostly seen as a women.s problem, fighting against it hardly involves men. It is important that leadership at all levels be convinced about the need to intervene in domestic violence and combine actions of all areas. If not, domestic violence will continue behind each family's closed door.

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